Mittwoch, 22. Juli 2009

Programm

„Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2009“ liegt vor

Israelitische Kultusgemeinde Konstanz mit umfangreichsten Programm

Am Sonntag, dem 6. September 2009 wird europaweit wieder der „Europäische Tag der Jüdischen Kultur“ ausgerichtet. Soeben ist der Flyer der Landeszentrale für politische Bildung, der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten in Baden-Württemberg und der Organisation B’nei Brith Hirschler, Strasbourg, erschienen, der alle Veranstaltungen in Baden-Württemberg und im Elsass enthält. Darunter wartet die Israelitische Kultusgemeinde Konstanz mit dem umfangreichsten Programm auf.

Bereits zum fünften Mal beteiligt sich die Kultusgemeinde in der Sigismundstraße zusammen mit der Stadt Konstanz an diesem Tag. Er bietet den Besuchern Gelegenheit, die Vielfalt jüdischer Tradition und jüdischen Lebens kennenzulernen.

Ab 11.00 Uhr stehen mehrere Führungen in der Synagoge, der Mikweh (dem jüdischen Ritualbad), der Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim Bibliothek (Judaica) sowie in russischer und deutscher Sprache über den jüdischen Friedhof auf dem Programm. Unter dem Titel „Vom Emanzipationsgesetz zur Deportation – Juden in Konstanz von 1862-1940“ wird eine spezielle Stadtführung angeboten. Um 13.00 Uhr sprechen Bürgermeister Claus Boldt und der Gemeindevorstand Grußworte.

Anlässlich des diesjährigen Themenschwerpunkts „Feste und Bräuche“ zeigt die Israelitische Kultusgemeinde eine Ausstellung über die jüdischen Feste, wie sie in der Sigismundstraße gefeiert werden.

Zum Abschluss des Tages musizieren Roman Kuperschmidt aus Frankfurt am Main und seine bekannte Klezmerformation „Trio Kuperschmidt“ um 19.30 Uhr im Wolkensteinsaal des Kulturzentrums am Münster. Seine Musiker und er bewegen sich dabei zwischen Tradition und ihrer ganz eigenen individuellen Virtuosität. Das Konzert findet mit freundlicher Unterstützung des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Stadt Konstanz statt.

www.klezmer-frankfurt.de

Das ausführliche Programm:

http://www.jewisheritage.org/jh/upload/edjc/pdf/PDF_1054_German_02.pdf

Montag, 13. Juli 2009

KONSTANZ

Sonntag, 6. September 2009

EUROPÄISCHER TAG

DER JÜDISCHEN KULTUR 2009

Veranstalter:

Israelitische Kultusgemeinde Konstanz und Stadt Konstanz

Mit freundlicher Unterstützung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland

· Führungen: Synagoge

Titel der Veranstaltung: Feste und Bräuche der Juden (mit Gabriel Albilia, 2. Vorsitzender der IKG)

Sigismundstr. 19

11.00 Uhr und 14.30 Uhr

Führungen: Mikweh

Sigismundstr. 19

11.00 Uhr, 13.30 Uhr und 15.00 Uhr

Stadtführung: Vom Emanzipationsgesetz zur Deportation – Juden in Konstanz von 1862 – 1940 (mit Hans-Peter Metzger, Historiker und Stadtführer)

Treffpunkt: Sigismundstr. 19

14:00 Uhr

Führung: Jüdischer Friedhof (in russischer Sprache mit Felix Spektor)

Treffpunkt: Hauptfriedhof, Wollmatinger Str., Eingangstor jüdischer Friedhof

15.00 Uhr

Führung: Jüdischer Friedhof (in deutscher Sprache mit Gabriel Albilia)

Treffpunkt: Hauptfriedhof, Wollmatinger Str., Eingangstor jüdischer Friedhof

17.00 Uhr

· Vortrag:

Titel der Veranstaltung: Rabbinische Literatur und Judaica (mit Thomas Uhrmann, Leiter der Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz)

Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek, Sigismundstr. 19, 1. Etage

11.00 Uhr, 13.30 Uhr, 15.00 Uhr

· Konzert::

TRIO ROMAN KUPERSCHMIDT,

Klezmer-Musik-Band (Frankfurt/ Main)

Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal, 19.30 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland und die Stadt Konstanz

Der Klarinettist Roman Kuperschmidt wurde 1974 in Russland geboren und zählte zu

den bekanntesten Nachwuchstalenten Russlands. Seit seinem siebten Lebensjahr spielt er

Klarinette und stand bereits im zarten Alter von 12 Jahren als Solist mit der Russischen Staatsphilharmonie Kazan auf der Bühne. Er studierte am Russischen Staatskonservatorium sowie in Karlsruhe und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, wo er 2006 sein Konzert-Examen mit Auszeichnung absolvierte. Internationale Anerkennung erhielt Roman

Kuperschmidt 1995, als er mit dem Grand-Prix des Internationalen Klarinettenwettbewerb in Moskau ausgezeichnet wurde.

Sein Herz hat er aber bereits mit 15 Jahren an die jüdische Musik und speziell Klezmer verloren. In Russland spielte er in der Gruppe „Simha“ mit Leonid Sonz. Seit seiner Auswanderung nach Deutschland vor zehn Jahren spielt er Jüdische Musik als Solist und in unterschiedlichen Formationen. Mit seiner Klarinette entführt er seine Zuhörer in die jüdisch-europäische Klangwelt voller Wärme, Melancholie, Zartheit und Lebensfreunde, sinnlich und spirituell zugleich. Seine Musiker und er bewegen sich dabei zwischen Tradition und ihrer ganz eigenen individuellen Virtuosität, oder wie Kuperschmidt sagt: „Wir spielen mit Herz und Seele und bekommen dafür hunderte von Herzen zurück“.

www.klezmer-frankfurt.de

· Anderes:

Offizielle Begrüßung durch Bürgermeister Claus Boldt

Sigismundstr. 19

13.00 Uhr

Ausstellung

Feste und Bräuche in der Israelitischen Kultusgemeinde – Fotografische Impressionen

Sigismundstr. 19

11.00 Uhr – 16.00 Uhr

Informationen:

Peter Stiefel, 1. Vorsitzender der IKG: ikgkonstanz@t-online.de 07531/ 28 27 00

Thomas Uhrmann: Thomas.Uhrmann@bsz-bw.de 07531/ 88 41 76

http://www.bsz-bw.de/eu/blochbib/

Änderungen vorbehalten. Bitte beachten Sie die Tagespresse.

Dienstag, 19. Mai 2009

KONSTANZ

100 Jahre Tel Aviv

Sonntag, 12. Juli, 15.00 Uhr

Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal

Festkonzert

Kantor Isaac Sheffer, Berlin

und

Regina Yantian, Berlin

Kompositionen von Louis Lewandowski, Salomon Sulzer, Samuel Naumbourg, Kurt Weill, Maurice Ravel, Ben Steinberg, Meir Finkelstein u.a.

Veranstalter: Israelitische Kultusgemeinde Konstanz K.d.ö.R.

mit freundlicher Unterstützung des Zentralrats der Juden in Deutschland

Eintritt frei

In diesem Jahr jährt sich der 100. Gründungstag von Tel Aviv. Aus diesem Anlass lädt die Israelitische Kultusgemeinde Konstanz herzlich zu einem öffentlichen Festkonzert mit dem Berliner Chasan (Kantor) Isaac Sheffer in das Konstanzer Kulturzentrum am Münster ein. Isaac Sheffer, ist seit 2001 Kantor der Berliner Synagoge Pestalozzistraße. Neben seinen vielfältigen Aufgaben in der Gemeinde beschäftigt er sich in seinen Solokonzerten mit der Tradition Louis Lewandowskis, dem großen Komponisten Synagogaler Musik. Er wird von Regina Yantian begleitet, die seit 1998 als Organistin und Chorleiterin der Synagoge Pestalozzistraße amtiert.

Dienstag, 14. April 2009

Beginn der Sommerzeit:

Bitte beachten Sie , dass ab Freitag, dem 3. April, die G’ttesdienste an Erew Schabbat wegen der Sommerzeit freitags um 19.30 Uhr beginnen, Schacharit leSchabbat am Samstagmorgen wie gewohnt um 9.30 Uhr.

פסח תשס“ט

Pessach 5769

Das Pessachfest beginnt in diesem Jahr am Mittwochabend, dem 8. April, um 19.30 Uhr mit dem Maariv-G’ttesdienst. Gleich im Anschluss daran findet in der Sigismundstrasse 19 der Gemeindeseder statt.

Die G’ttesdienstzeiten für die Feiertage sind:

Mittwoch, 8. April Erew 1. Pessach 19.30 Uhr (anschl. Seder)

Donnerstag, 9. April 1. Pessach 9.30 Uhr

Donnerstag, 9. April Erew 2. Pessach 19.30 Uhr

Freitag, 10. April 2. Pessach 9.30 Uhr

Dienstag, 14. April Erew 7. Pessach 19.30 Uhr

Mittwoch, 15. April 7. Pessach 9.30 Uhr

Mittwoch, 15. April Erew 8. Pessach 19.30 Uhr

Donnerstag, 16. April 8. Pessach 9.30 Uhr (Jiskor

ca.10.30 Uhr)

Die G’ttesdienste finden unter der Leitung von Rabbiner Usi Teitelbaum statt.

פסח כשר ושמח -

Ein koscheres und frohes Pessachfest!

Freitag, 6. März 2009

פורים תשס''ט

Purim 5769

Am Montagabend, 9. März, beginnt Purim, das Fest zur Erinnerung der Rettung der Juden vor ihrer Vernichtung im persischen Reich durch Königin Esther.

Um 18.30 Uhr, lesen wir in der Synagoge mit Rabbiner Usi Teitelbaum die Megillat Esther. Wir hoffen, dass viele verkleidete Kinder dabei sein werden, die Spaß daran haben, ohrenbetäubenden Krach zu machen, wenn der Name des Judenfeindes Haman erwähnt wird.

Im Anschluss daran laden wir ganz herzlich zur

PURIMFEIER

im Gemeindezentrum ein.

Auch am Dienstag, 10. März, lesen wir im Morgengebet Schacharit um 9.30 Uhr die Megille in der Synagoge.

Wir wünschen allen ein fröhliches Purimfest:

פורים שמח -

Purim sameach!

Dienstag, 30. Dezember 2008

ZUM GEDENKEN AN

SHMUEL BLUMBERG sel. A.

Lódz, 9. Aw 5671 – Konstanz, 12. Kislew 5759

(3. August 1911 - 1. Dezember 1998)

aus Anlass der 10. Jahrzeit:

Am Sonntag, dem 21. Dezember 2008 gastierte zum Andenken an den vor zehn Jahren verstorbenen Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz, Shmuel Blumberg sel.A., der Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Shmuel Barzilai, mit einem Solokonzert im Kulturzentrum Konstanz. Barzilai gilt als einer der derzeit weltbesten Chasanim (Kantoren). Sein Programm mit Chasanut (jüdisch-liturgischer Gesang), israelischen und jiddischen Liedern beigeisterte das Publikum im vollbesetzten Wolkensteinsaal. Zuvor hatte Benjamin Nissenbaum, der 1. Vorsitzende der Konstanzer Kultusgemeinde, an den Konstanzer Kantor und Maler Shmuel Blumberg erinnert und mit Rabbiner Usi Teitelbaum und den Gemeindemitgliedern das 1. Chanukkalicht gezündet.

Zu Ehren Ihres ehemaligen Kantors hat die Israelitische Kultusgemeinde eine kleine Gedenkschrift herausgegeben, die auch eine Auswahl von Gemälden des Künstlers Shmuel Blumberg präsentiert und deren Text hier wiedergegeben ist:

Jaakows Traum

Erinnerungen an Shmuel Blumberg

von Thomas Uhrmann

Shmuel Blumberg wurde am 9. Aw 5671 (3. August 1911) im polnischen Lódz geboren und kam im Alter von dreizehn Jahren mit seinen Eltern nach Jerusalem.

Hier besuchte er rabbinische Schulen und wurde in einer Kantorenschule zum Chasan (Kantor) ausgebildet. Den ersten Malunterricht erhielt Shmuel Blumberg von seinem Vater, mit dem er später zusammen Wandmalereien in alten Synagogen, darunter auch in der Hurva-Synagoge im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt, ausführte.

1955 wurde Blumberg als Oberkantor der Synagogengemeinde nach Köln berufen. Von 1956 bis 1960 war er Oberkantor in der Seitenstettengasse-Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und studierte in dieser Zeit an der Akademie für angewandte Kunst bei Professor Bäumer Mosaikkunst und Glasmalerei. Fünf Monate arbeitete er auch im Atelier des Wiener Malers Professor Ernst Fuchs; zusammen mit ihm stellte er auch erstmals seine eigenen Werke aus. Ensemblemitglieder der Wiener Staatsoper kamen in die Synagoge, um seinen Gesang zu hören, doch das Angebot eines Engagements an diesem weltberühmten Haus lehnte er ab: zu wichtig waren ihm seine Aufgaben für das jüdische Gemeindeleben.

Von 1960 - 1972 bekleidete Shmuel Blumberg erneut die Stelle als Oberkantor der Synagogengemeinde in Köln. Von hier holte ihn der Gründer der Israelitischen Kultusgemeinde, Sigmund Nissenbaum, im Jahre 1973 nach Konstanz, wo er bis zu seinem Tode als Oberkantor und Lehrer amtierte und von wo aus er lange Zeit gleichzeitig der Jüdischen Gemeinde in Freiburg im Breisgau als Kantor und Lehrer zur Verfügung stand. Auch als begnadeter Maler, dessen Werke in jenen Jahren mehrfach im In- und Ausland ausgestellt wurden, wandte er sich hauptsächlich religiösen Themen zu.

Shmuel Blumberg war weit über die Gemeinde hinausreichend eine angesehene Person in der Stadt Konstanz und hatte zahlreiche Kontakte zu Vertretern des öffentlichen Lebens und zu vielen Bürgern geknüpft. Wer ihn am Schabbat auf seinem Weg von zu Hause in die Synagoge und zurück begleitete, erlebte, wie viele Menschen ihn grüßten und das Gespräch mit ihm suchten.

Die Wohnung in der Konstanzer Richentalstraße 5 war Atelier und Galerie zugleich: eine Staffelei stand im größten Zimmer, an den Wänden hingen seine Bilder dicht an dicht, weitere Werke standen aneinandergelehnt in den Ecken aller Räume, und die Fenster waren bemalt mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte. Zu den Hauptmotiven seiner Kunst zählen Landschaften in Israel, Beter in Synagogen, biblische Erzählungen wie die abgewendete Opferung Izchaks, Jaakows Kampf mit dem Engel oder – immer wieder in verschiedenen Varianten – König David mit der Harfe, um nur einige zu nennen.

Hier empfing Shmuel Blumberg oft und gerne Gäste und Bewunderer seiner Kunst, Juden wie Nichtjuden. Wer bei ihm zu Gast war, konnte viel über jüdische Religion und Musik erfahren, konnte mit ihm gemeinsam historische Tondokumente aus seiner reichen Schallplattensammlung mit Aufnahmen berühmter Chasanim (Kantoren) hören oder lebhaften Schilderungen aus seinem bewegten Leben, angereichert mit Anekdoten oder hintergründigem Witz, lauschen. Auch in Gesprächen über andere Themenbereiche, die ihn stets beschäftigten – Theater, Literatur, Geschichte oder aktuelle Politik – zeigte sich die universelle Bildung Shmuel Blumbergs. Tiefe Religiosität und Humanität, Weisheit und Humor strahlte seine Persönlichkeit bei diesen Begegnungen wie auch in seinem Wirken für die Israelitische Kultusgemeinde, die er in all den Jahren so entscheidend prägte, aus.

Shmuel Blumbergs letztes vollendetes Gemälde war ein Glasfenster im Auftrag von Benjamin Nissenbaum für die Israelitische Kultusgemeinde in der Sigismundstraße, auf dem Jaakow und sein Traum von der Himmelsleiter mit den Engeln dargestellt ist. Die Installation an der Ostseite des Gemeindezentrums im ersten Stock konnte er selbst noch miterleben, und in den letzten Monaten seines Lebens leitete er die G’ttesdienste vor dem direkt daneben auf gestellten Aron ha-Kodesch (Heilige Lade; Toraschrein), als die Synagoge im Erdgeschoss baulich erweitert und neu gestaltet wurde.

Die Paraschat Wajeze (Bereschit [1. Buch Mose], 28,10 – 32,2), der Wochenabschnitt aus der Tora, in der die Szene von Jaakows Traum beschrieben ist, war an jenem Schabbat drei Tage vor seinem plötzlichen Tod zur Lesung in der Synagoge an der Reihe - und damit die letzte Paraschat, die Shmuel Blumberg vor seiner Gemeinde vortrug.

„Als G’tt noch ein Dichter war“

Bilder aus dem Judentum:

Internationale Pressestimmen zu den Ausstellungen von Shmuel Blumberg

„Wie ruhig und kühn sind die Gesichter seiner Menschen, die im Zentrum der Landschaft wandeln. Immer wieder aber ist es das Land Israel, das er zu zeigen versteht wie kein anderer.“

Ernst Fuchs in „Neue Welt“, Wien, Januar 1960

„... er ist als Maler ein Unikat. Die Propheten, Tempelruinen und biblischen Landschaften, die er im Bild festhält, sind zwar mit geradezu kindlicher Schlichtheit komponiert, doch eben durch sie wird besser als durch irgendwelche sublimen Kunstgriffe etwas von der archaischen Urgewalt der dargestellten Themen sichtbar.“

Manfred Vogel im Österreichischen Rundfunk, Januar 1960

„...grosser Atem geht durch Blumbergs Bildwelt, das macht ihren Reiz aus.“

„Neues Österreich“, Wien, 13. Januar 1960

„...der entdeckungsfreudige Ernst Fuchs musste ihn erst dazu überreden, seine Bilder auszustellen – und vielleicht ist dies einer der Gründe, warum sie derart überzeugen. Da steckt kein Bestreben dahinter ‚Kunst zu machen’ und zu wirken, da findet man die Eigenschaften unserer vormittelalterlichen und mittelalterlichen Meister wieder, denen das Schaffen ebenso selbstverständlich wie notwendig war...“

„Die Ostschweiz“, St. Gallen, Januar 1960

„Blumberg empfindet die Psalmen noch als Gesangstexte, er sagt, die Musik gebe ihm die Kraft und die Phantasie. In seinen Darstellungen glaubt man eine Begegnung mit einer ganz anderen Welt zu spüren.“

„NRZ an Rhein und Ruhr“, Düsseldorf, September 1965

„...gelangen ihm visionäre Untermalungen zu den weihevollen Sprachschöpfungen der Psalmen. Die in Worte nicht fassbare Atmosphäre der Farben, der weichen verfließenden Formen sind von altjüdischem Geisteserbe durchtränkt.“

„Wiener Zeitung“, Wien, 10. November 1965

„Blumberg, ein Mensch von seltener Empfindsamkeit, veranschaulicht in seinen Gemälden mittels seiner pathetischen Ausdruckskraft die jüdische Religion.“

„La Laterne“, Bruxelles, 21. Januar 1967

„Der Ernst, die Strenge und das Mysterium dieser Bilder, die den Büchern Jesajas und Jeremias entnommen sind, hören nicht auf, uns in Erstaunen zu setzen, gleichwie die Mischung aus Demut und Stolz.“

„La Phare Dimanche“, Bruxelles, 29. Januar 1967

„ ‚Eine wunderbare Welt, worin alles in jedem Augenblick möglich ist’, schwärmte der Kunstkritiker Roger Fry, nachdem er in London eine Ausstellung russischer Ikone gesehen hatte. Auch über das Werk Marc Chagalls - dieses volkstümlichen Träumers ließe sich solches sagen. Und daß der in den Bildern des gleich tief im Judentum verwurzelten Shmuel Blumberg im Hintergrund anwesend ist, läßt sich nicht übersehen.

Blumberg jedoch ... ist nicht der Mythenerfinder und der Kolorist von Gottes Gnaden. Er malt keine feingesponnenen Kunstmärchen und macht nicht ‚peinture’. Keine hochfliegenden Hähne weit und breit, keine mondsüchtigen Kühe - verrückte Hochzeiten. Keine Bella. Blumberg hält sich an das durch die Schrift beglaubigte Ereignis. Er erzählt von einer Zeit, da die Engel noch unter die Menschen gingen. Und die Luft voll war von Flügelrauschen. Da Gott noch ein Dichter war und die Welt konkrete Poesie.

Moses, der die Gesetzestafeln empfängt, und den Rabbiner mit der Tora in seiner frommen Düsternis behandelt Blumberg mit geduldiger Zärtlichkeit. Hin und wieder entrückt er ein Bild der Alltagsrealität, indem er es auf eine goldgrundierte Spanplatte montiert. Will es über den intimen Rahmen des Andachtsbildchens hinaus ins Große, ertrinkt es ihm im emotionalen Strom der Farbe.“

V.B., Badische Zeitung (Kultur), Freiburg im Breisgau, 6. November 1982

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Freitag, 12. Dezember 2008

חנוכה שמח

Chanukka sameach!